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4. Freiheit der Information und Meinungsäußerung vs. Knebelung der Meinungsäußerung (bspw. durch angebliche
Persönlichkeitsrechte von Leuten, die in Romanen auftauchen, Hetzkampagnen in den Medien (z.B. Fall Möllemann)) und Knebelung der Informationsfreiheit (bspw. durch Konzentration der Presse, Kastration der
Leserbriefe, maßloser und äußerst restriktiver Schutz geistiger Urheberschaft, Abmahnungen, einstweilige Verfügungen mit hohem Streitwert und entsprechend finanziellem Ruin).
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Links zum Thema Informationsfreiheit bzw. deren Verhinderung
Link: Freedom for Links im Internet in Deutschland!
Link: Erklärung gegen die Einschränkung der Informationsfreiheit im Internet in Deutschland.
Link: Kampf um die Freiheit der nichtkommerziellen Veröffentlichung von Songtexten im Internet in Deutschland.
Link: Neuauflage der Berufsverbote im Jahre 2005 trotzdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 1995 entschied, dass die deutsche Berufsverbotpraxis menschenrechtswidrig sei.
Link: Öffentlich-rechtliches Fernsehen & Meinungsfreiheit, Kritik an Bush: Der Fall Ulrich Wickert.
Link: Meinungsfreiheit nur für die “politisch korrekte Klasse”? Kritik an Israel: Der Fall Jamal Karsli.
Link: Pressekonzentration & Pressefreiheit: Artikel von Eckart Spoo (langjähriger Korrespondent der "FR", Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift Ossietzky).
Link: Zur Thematik antiquierter Vorstellungen eines Urheberrechts, die nicht Schritt halten mit den modernen
Realitäten.
Link: Beispiel von Rücknahme einer satirischen Website wegen einstweiliger Verfügung und entsprechender Gefahr des finanziellen Ruins.
Link: Zensur von Literatur hat zur Zeit wieder Hochkonjunktur. Das Persönlichkeitsrecht (Art. 1 GG und 5.2 GG) dient seit Jüngstem zur grundsätzlichen Aushebelung von bedeutsamer Literaturproduktion - und damit zur Aushebelung von Art 5.3 GG (Freiheit der Kunst und Wissenschaft). Goethe hätte nach diesen neuesten juristischen Konstruktionen nie seinen “Werther” schreiben dürfen, Charlotte Buff (“Lotte”) z.B. hätte dagegen klagen können. Goethe wäre somit nicht berühmt geworden und dann auch nicht an den Weimarer Hof gekommen - was aber tatsächlich seiner weiteren literarischen Produktivität enormen Aufschwung verlieh (vgl. dazu die Schrift von Werner Deetjen: “Auf Höhen Ettersburgs”, Leipzig 1924, Reprint 1993 als “Ettersburger Hefte 1”. Deetjen leitete zur Zeit, als er diese Schrift verfaßte, die heute so genannte “Herzogin-Amalia-Bibliothek” in Weimar). Goethe wäre folglich aller soziologischen Wahrscheinlichkeit nach eine relativ unbedeutende Figur geblieben. - Aber es gibt sicherlich noch eine Menge weniger prominenter Autoren, die solch ein Zensur-Verdikt hätte treffen können. Ich denke z.B. an das Buch von Peter Schneider “Lenz”, 1973, das für mich seinerzeit ein keineswegs unwichtiges Buch war. Ich hatte es auf meiner Reise in Griechenland 1976 mit großem Interesse gelesen.
Auch hier hätte seine ehemalige Geliebte juristisch intervenieren können - und sein Buch wäre um die für mich entscheidende Sache ärmer geworden, falls es überhaupt noch erschienen wäre. Oder ich denke an den
preisgekrönten Gegenwartsschriftsteller Peter Kurzeck “Übers Eis” (1997) mit mindestens dem gleichen Ergebnis. Ich könnte ja hier selber sogar juristisch intervenieren, wenn ich mich dazu entblöden wollte! (Ich bin der “Manfred” in diesem Buch). - Über jedem Schriftsteller, der ernsthaft etwas autobiografisch zu sagen hat - und folglich realistisch ist (was für mich eines meiner Gütekriterium für ernstzunehmende Kunst und Wissensproduktion ist - vgl. meinen Bücherschrank der speziellen Bücher!)
- hängt also das Damoklesschwert rächender ehemaliger Geliebter, Freunde und sonstiger Personen, die sich in seinem Werk wiedererkennen und sich in ihren Persönlichkeitsrechten (meines Gerechtigkeits-Ermessens grundlos,
sofern sie nicht regelrecht und erwiesenermaßen verleumdet wurden) beeinträchtigt fühlen. - Solcherlei zweifelhafte bzw. denunziatorische Charaktere dienen also der Justiz - wie allezeit - dazu, wichtige
Literatur zu zensieren. Es ist offenbar so, daß heutzutage Beziehungsromane oft eine kritische Potenz haben und deswegen den Spießern unangenehm sind und darum grundsätzlich aus dem Verkehr gezogen bzw. überhaupt erst gar nicht produziert werden sollten. Man überläßt das dann mit der obigen Prozedur schlauerweise irgendwelchen banausischen und obskuren Privatpersonen, gegen
den produktiven Autor eines realistischen Beziehungsromans risikolos zu prozessieren, um selber als Staat und Justiz aus der Schußlinie des Zensurvorwurfs zu treten. - Diese eigenartige Schläue scheint ein typisches Merkmal ‘demokratischer’ Politik zu sein, welche Freiheit und Demokratie möglichst clever behindern will.
Richard Ford, ein amerikanischer Schriftsteller, stellte eine interessante These auf: “Das ist in meinen Augen die Aufgabe der Literatur: Uns über unsere
Beziehungen die Augen zu öffnen”. (Aus dem NDR-Dokumentarfilm von Peter Rodenberg, 1991: Auf der Suche nach Amerika. Neue amerikanische Literatur). - Daraus folgt für mich: würde man nach dem obigen Verfahren
die Produktion von Beziehungsliteratur deutlich behindern, so wäre dies der Niedergang für einen zentralen Teil ernstzunehmender Literatur überhaupt.
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Theoretische Überlegungen zum Thema Informationsfreiheit bzw. deren Verhinderung
Überlegung No. 01:
Die staatstragende Schicht ist auf Gedeih und Verderb aneinandergekettet, und wer dazu gehören will hat deswegen gewisse Tabus zu beachten, die die Meinungs- und Informationsfreiheit einschränken. Das behauptet ein unbekannter Autor in einem Aufsatz mit dem Titel “Mein Freund der Chefredakteur”.
Überlegung No. 02:
“Bernays' Aufgabe war, Angelegenheiten zurechtzurücken; ein gewünschtes Bild zu erschaffen, welches ein bestimmtes
Produkt oder Konzept in ein angenehmes Licht rückt. Bernays beschrieb die Öffentlichkeit als eine 'Herde, die geführt werden muß'. Und dieses herdenhafte Denken mache die Leute "empfänglich für
Führung". Dies ist ein Zitat aus einem Aufsatz von Dr. Tim O'Shea (amerikanischer Originaltext in www.thedoctorwithin.com) über jahrzehntelange Massenmanipulation in den USA
- sei sie nun politisch oder wirtschaftlich motiviert. Zu Bernays - einem der führenden Organisatoren dieser Manipulationen seitens der PR-Industrie seit den 40er Jahren - überraschendem Glaubensbekenntnis gehört
die folgende Behauptung: "Die wissenschaftliche Manipulation der öffentlichen Meinung war notwendig, um Chaos und Konflikt in einer demokratischen Gesellschaft zu überwinden."
Überlegung No. 03:
Die klassische Disziplinierungsgesellschaft geht über in eine Kontrollgesellschaft. D.h. die
telekommunikativen Informations-Aktivitäten (Telefongespräche, Emails usw.) werden mit modernsten Mitteln massenweise abgespeichert und mit hochkomplexen Computerprogrammen ausgewertet, um eine
Informations-Kontrolle über die (globale) Gesellschaft zu erlangen. Das dient dazu, die Gesellschaft wiederum im Sinne der ‘Eliten’ zu steuern. Dies ist die Prognose einer studentischen Hausarbeit mit
dem Titel “Verschwörungen als Ursache von Demokratiegefährdung”. Als Haupt-Beispiel wird bei dieser Frage, ob wir mittlerweile in einer globalen Überwachungsgesellschaft leben, immer wieder das Echolon-System angeführt. Vgl. auch den Artikel von Haiko Lietz in heise online “Für eine Kontrolle der Geheimdienste”.
Überlegung No. 04:
Nach S.J. Schmidt (in: Einladung Maturana zu lesen) ist eine Grundvoraussetzung für Veränderung sozialer Systeme, daß die Möglichkeit besteht “Beobachter seines eigenen sozialen Systems zu sein”. Und er schlußfolgert daraus, daß Diktatoren deswegen “diese Möglichkeit weitgehend zu beschneiden versuchen”. (in: Humberto R. Maturana, Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit. Ausgewählte Arbeiten zur biologischen Epistemologie. 2. Auflage, Braunschweig/Wiesbaden 1985, S. 8).
Operational betrachtet kann man sagen: selbst als prinzipiell ‘freiheitlich’ sich einschätzende Politiker, Verleger,
Juristen, Wissenschaftler, Wirtschaftsführer, Unternehmer, Lehrer usw. entwickeln diktatorische Züge, soweit sie (möglicherweise sinnvolle und notwendige) Veränderungen des gegebenen sozialen Systems zu verhindern
suchen, indem sie die Selbstreflexion des sozialen Systems beeinträchtigen oder einseitig (propagandistisch) manipulieren. - In der (z.B. statistisch) verkappten Behinderung von Selbstreflexion unter dem
Schleier der ‘Freiheitlichkeit’ liegt ein wesentliches Merkmal der ‘Spießer-Demokratie’.
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